Sigmund-Neumann-Institut

Sigmund Neumann (1904-1962)

Der Historiker und Politikwissenschaftler Sigmund Neumann entstammte einer bekannten Leipziger jüdischen Familie. Er studierte in Heidelberg (1923/24), Grenoble (1925) und Leipzig (1925/27). Er arbeitete nach dem akademischen Abschluss (Dr. phil., 1927) zunächst noch ein Jahr an der Leipziger Universität und wechselte dann an die Deutsche Hochschule für Politik in Berlin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Hochschule verstaatlicht und Neumann nicht weiter beschäftigt. 1933 ging er als Rockefeller Fellow an die London School of Economics, 1934 an die Wesleyan University in Middletown (Conn.). Hier lehrte er bis zu seinem frühen Tod 1962. 1942 schrieb Neumann das Bahn brechende Werk “Permanent Revolution. The Total State in a World at War“ (2. Aufl. 1963). Weitere wichtige Bücher von ihm sind „Die Parteien in der Weimarer Republik“ und „The Future in Perspective“. Seit 1944 diente er dem Office of Strategic Services als Berater für Mitteleuropa. 1949 beteiligte sich Neumann maßgeblich am Wiederaufbau der Freien Universität in Berlin und der Ludwig-Maximilians Universität in München. Die Münchner juristische Fakultät verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Immer wieder lehrte Neumann als Gastprofessor an diesen Universitäten. Außerdem war er Visiting an den Universitäten Amherst, Columbia, Mount Holyoke und Yale; ferner an der Fletcher School of Law and Diplomacy sowie an der Harvard’s Graduate School of Public Administration.
Im Unterschied zu anderen Emigranten ist Sigmund Neumann in Deutschland so gut wie vergessen. Dem Sigmund-Neumann-Institut für Freiheits- und Demokratieforschung ist es eine Ehre, seinen Namen tragen zu dürfen. Neumanns Familie hat der Namensgebung mit Freude zugestimmt.

 

sigmund


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